Geschichte des Hebammenzentrums


1978 wurde der Samen zur Idee des Hebammenzentrums von Frédérick Leboyer gesät. Sein Auftritt und die Präsentation des Films  „Die sanfte Geburt“ gaben den Anstoß zu neuen Gedanken und Überlegungen zur Geburtshilfe und Hebammenarbeit in Österreich.
Frauen und Hebammen forderten die Stärkung der Frauen und ihrer Ressourcen, eine selbstbestimmte Geburt und Geburtsvorbereitung.
Wir Hebammen wollten auf der einen Seite ein Angebot stellen und gleichzeitig stieg auch die Nachfrage der Frauen nach kontinuierlicher Betreuung.
Dadurch eröffnete sich ein neues Arbeitsfeld für Hebammen, welches 1994 im Hebammengesetz verankert wurde. Die Schwangerenbetreuung, Geburtsvorbereitungskurse, Hausgeburten, Geburtsbegleitungen ins Spital und Wochenbettbetreuung wurden vermehrt in die Hebammenarbeit integriert.
    
Foto Türschild Hebammenzentrum1988 wurde, vor allem um die Wichtigkeit der Hebamme in die Öffentlichkeit zu bringen, der „Verein freier Hebammen“ gegründet. Ein Jahr später bekam der Verein ein zu Hause in Form des „Hebammenzentrums - Verein freier Hebammen“ in der Lazarettgasse.

Das Zentrum wurde von  freipraktizierenden Hebammen gegründet, die eine Anlaufstelle zur Beratung von Frauen und deren Partnern bieten wollten. Diese Hebammen berieten vor Ort oder auch telefonisch. Im Mittelpunkt stand und steht die normal verlaufende physiologische Geburt.
Neben den Beratungen konnten sich immer mehr Angebote im Hebammenzentrum etablieren. In unserer halbjährlich erscheinenden Zeitschrift „Hörrohr“ werden dieses Kursprogramm, Informelles, Geburtsberichte und Artikel zu verschiedenen Themen veröffentlicht.

1990 wurde das Hebammenzentrum als geförderte Familienberatungsstelle anerkannt. Das ermöglichte den Hebammen, eine Reihe von kostenlosen Angeboten zu etablieren.
Seit 2008 ist das Zentrum eine offizielle Ausbildungsstätte für Studierende des Fachhochschullehrgangs für die Ausbildung zur Hebamme.

Wir konnten (und können) uns über großen Zulauf freuen und entschlossen uns zum 20-jährigen Bestehen, unsere Räumlichkeiten zu erweitern.

Jetzt arbeiten eine Vielzahl von Hebammen, auf Honorarbasis oder angestellt, berufsübergreifend mit einer Sozialarbeiterin, einem Väterberater, einer Ärztin, zwei Physiotherapeutinnen und einer Psychologin/Psychotherapeutin. Unterstützt werden sie von zwei Frauen in der Administration.

Neben Subventionen finanziert sich das Hebammenzentrum durch seine Mitglieder, Spenden, Sponsoren, Kooperationen, Projektpartner und sehr viel persönliches Engagement.

Der „Verein freier Hebammen“ umfasst mittlerweile knapp 40 Mitgliedshebammen. Das Hebammenzentrum bietet ihnen auch Raum für Austausch und Fortbildung.