Ablauf einer Hausgeburt


Wenn Sie sich prinzipiell für eine Hausgeburt interessieren, sollten Sie so früh wie möglich eine Hebamme kontaktieren, um einander in einem ersten unverbindlichen Gespräch kennen zu lernen, erste Fragen zu klären und in diesem Rahmen gemeinsam herauszufinden, was die Bedürfnisse und Möglichkeiten sind und wie denen am besten entsprochen werden kann. So können Sie sich klarer für ein bestimmtes Betreuungskonzept entscheiden und dann auch dementsprechend planen. Kontaktieren Sie dazu die Hausgeburtshebamme Ihrer Wahl möglichst früh zu einem Kennenlern-/Beratungstermin.

Sollten Sie sich noch nicht sicher sein, ob für Sie eher eine Hausgeburt oder eine Krankenhausgeburt die bessere Wahl ist, kann es auch sehr hilfreich sein, den Vortrag „Hausgeburt - Fakten und Erfahrungen“ zu besuchen. Dort schildert eine erfahrene Hausgeburtshebamme einen typischen Ablauf und ist gerne bereit, alle kleinen und großen Fragen zum Thema zu beantworten. Dies hilft oft, sich eine Hausgeburt und deren Implikationen besser vorstellen und dann klarer dafür oder dagegen entscheiden zu können.

Wenn Sie sich für einen Hausgeburt entscheiden und die Vorbedingungen soweit passen, besprechen Sie mit Ihrer Hebamme einen Betreuungsplan. Dieser umfasst normalerweise mindestens vier Hausbesuche in der Schwangerschaft (zur Schwangerenbetreuung sowie zur Planung und Vorbereitung von Geburt und Wochenbett), bis zu fünf Wochen Rufbereitschaft ab drei Wochen vor dem errechneten Termin, die Geburtsbetreuung zu Hause und Wochenbettbesuche in den ersten Wochen nach der Geburt.

In der Schwangerschaft wird Foto Hebamme tastet Baby im Bauch mit Leopoldschen HandgriffenSie die Hebamme zusätzlich zur/m Frauenärztin/arzt betreuen und sich von Ihrer Gesundheit und der normalen Entwicklung Ihres Babys überzeugen. Zusätzlich berät sie Sie zu Fragen über Ernährung, Sport, Geburtsvorbereitungskurse, Unklarheiten von Untersuchungsergebnissen etc. und hat ein offenes Ohr für Ihre Fragen und Sorgen.

Die Geburtsbetreuung zu Hause erstreckt sich vom Geburtsbeginn mit Wehentätigkeit oder Blasensprung bis zu den ersten Stunden mit Ihrem Kind. Die Hebamme wird sich einfühlsam und professionell um Sie kümmern und versuchen, Ihnen eine möglichst selbstbestimmte, interventionsarme, sichere und harmonische Geburt, entsprechend den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen, zu ermöglichen. Sollte Unterstützung nötig sein, helfen oft einfache „Eingriffe“, wie z.B. ein warmes Bad zur Entspannung, essen und trinken zur Stärkung, Bewegung oder bestimmte Positionen zur positiven Beeinflussung der kindlichen Haltung, Atemtechniken etc. Aber auch bestimmte alternativmedizinische und schulmedizinische Medikamente können bei Bedarf zu Hause verabreicht werden.

Das Wochenbett beginnt mit der Geburt der Plazenta und dauert sechs bis acht Wochen. Die Hebamme wird Sie nach der Geburt erst dann alleine lassen, wenn sie sich vergewissert hat, dass es Ihnen und Ihrem Kind gut geht, es das erst Mal getrunken hat, Sie ver- und umsorgt sind und der erste Wochenbettbesuch vereinbart wurde. Wahrscheinlich werden Sie schon frisch geduscht und gestärkt, zu dritt im Bett aneinander gekuschelt einander bestaunen oder schlafen, die Waschmaschine läuft, der Müll ist entsorgt ..., wenn die Hebamme die Tür hinter sich zu zieht. Normalerweise kommt die Hebamme die ersten Tage täglich und dann entsprechend Ihrer Bedürfnisse. Während jedem Besuch wird sie kontrollieren, ob es Ihnen beiden gut geht (Baby: Nabelheilung, Stillen, Neugeborenengelbsucht, Routinetests wie Stoffwechselscreening...; Mutter: Gebärmutterrückbildung, Blutung, Heilung von Geburtsverletzungen, Stillen, psychische Veränderungen...), sämtliche Fragen und Sorgen besprechen und Ihnen in dieser Zeit der Veränderungen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Oft findet am Ende des Wochenbettes ein Abschlussgespräch statt, um gemeinsam die Betreuung abzurunden, die vergangenen Ereignisse Revue passieren zu lassen und eventuell noch offene Fragen zu klären.