Ambulante Geburt und frühe Entlassung aus dem Spital


Mit einer Hebamme, die Sie zu Hause betreut, können Sie das Krankenhaus schon bald nach der Geburt verlassen und die Zeit danach (Wochenbett) in Ihrer vertrauten Umgebung verbringen. In den meisten Spitälern werden Frauen nach einer Spontangeburt am 3. Tag nach der Geburt nach Hause entlassen, nach einer Kaiserschnittgeburt am 4. bis 5. Tag. Wenn es Mutter und Kind gut geht, spricht jedoch vieles dafür, so früh wie möglich das Spital zu verlassen. Bei einer Spitalsentlassung in den ersten 24 Stunden nach der Geburt spricht man von einer ambulanten Geburt.

 

Vorteile des Wochenbetts zu Hause

Kinderzeichnung "Liebe"Ruhe: Der Rhythmus des Babys kann weiter- und mitgelebt werden. Der Schlafrhythmus von Ihnen und Ihrem Baby stimmen sich so besser aufeinander ab. Demgegenüber herrscht im Spital Unruhe: am Vormittag kommt Pflegepersonal ins Zimmer, am Nachmittag gibt es Besuche und nachts weinen die Babys der Frauen, mit denen Sie sich ein Zimmer teilen.
Sicherheit: Ihre Hebamme ist immer für Sie erreichbar. Sie weiß, welche Informationen Sie Ihnen schon gegeben hat und kann darauf aufbauen. Sie kann Sie Schritt für Schritt zu einer eigenen Sicherheit im Umgang mit Ihrem Baby führen, ohne Sie mit Informationen zu überschütten. Die häusliche Umgebung schützt Ihr Baby und Sie vor Infektionen, da bereits Antikörper entwickelt wurden und Sie diese durch die Vormilch an Ihr Kind weitergeben.
Familienfreundlich: Der Vater des Kindes kann rund um die Uhr bei Ihnen und dem Baby bleiben und Geschwister erleben keine lange Trennung von ihrer Mutter. Die Hebamme achtet auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder.
Gesundheit: Wenn Frauen nach der Geburt rasch wieder zu Hause sind, wird das Auftreten von Wochenbettdepressionen reduziert. Der Milcheinschuss ist sanfter, weil das Baby häufiger angelegt wird.

 

Planung

Damit das Wochenbett zu Hause eine entspannte Zeit wird, sollte Ihr Partner hinter Ihren Vorstellungen stehen. Wichtig ist deshalb, dass Sie ihn rechtzeitig in Ihre Planung miteinbeziehen.
In den ersten Tagen sind Sie und Ihr Partner mit dem Baby vollauf beschäftigt und sollen diese Zeit genießen. Übernehmen Sie sich nicht, auch wenn Sie sich sehr fit fühlen: Sie sollten sich und Ihr Baby verwöhnen lassen. Nach Möglichkeit sollte Ihr Partner auch von den häuslichen Pflichten entbunden sein. Wenn Ihr Partner Sie daheim betreut, kann er für eine Woche Pflegeurlaub beantragen. Alltägliche Arbeiten wie Saubermachen, Waschen und Einkaufen sollen andere für Sie übernehmen. Freunde oder Verwandte fragen oft, was sie tun können, jetzt haben sie die Gelegenheit, Einkäufe zu erledigen, sich eventuell um ältere Geschwister zu kümmern oder fertiges Essen vorbeizubringen. Sollten Sie auf fremde Hilfe angewiesen sein, können Sie sich um eine Haushaltshilfe bemühen. Bei der Caritas können Sie sich nach einer Familienhelferin erkundigen. Die Kosten dafür richten sich nach Ihren finanziellen Möglichkeiten und werden anhand des Nettoeinkommens der Familie berechnet. Besuch wimmeln Sie in der ersten Zeit besser ab. Wer trotzdem vorbeikommen will, könnte auch etwas zu essen und zu trinken mitbringen. Vielleicht können Sie ja auch schon vor der Geburt vorkochen und einfrieren.
Kümmern Sie sich rechtzeitig um eine  Kinderärztin/einen Kinderarzt für die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung in der ersten Lebenswoche. Es wäre gut, jemanden zu finden, der/die für diese Untersuchung nach Hause kommt. Sie können dazu von Ihrer Hebamme oder im Hebammenzentrum Informationen erhalten.

Hebammenbetreuung

Die Hebamme steht Ihnen in den ersten Wochen bei den großen körperlichen und seelischen Veränderungen zur Seite. Sie spricht mit Ihnen über die Geburt und die ersten Erfahrungen mit dem Kind. Die Hebamme beobachtet die Rückbildungs- und Abheilungsvorgänge, unterstützt das Stillen, gibt Hilfestellung bei Schwierigkeiten und steht für Ihre Fragen zur Verfügung.
Beim Neugeborenen werden Verhalten, körperliche Vorgänge, die Abheilung des Nabels und insbesondere auch die Entwicklung einer Neugeborenengelbsucht beobachtet. Zur Feststellung von Stoffwechselstörungen kann die Hebamme die Fersenblutabnahme durchführen. Sie leitet die Eltern in praktischer Babypflege an, erklärt die Prophylaxen und Vorsorgeuntersuchungen und informiert bei Bedarf über Flaschenernährung.

Kosten: Ein Hausbesuch beläuft sich auf ca. € 90,-. Die Krankenkasse erstattet Ihnen einen Teil der Kosten zurück. Bis zum fünften Tag nach der Geburt haben Sie Anspruch auf einen täglichen Besuch durch die Hebamme. Bis Ihr Kind acht Wochen alt ist, werden bei Bedarf weitere sieben Besuche zum Teil rückerstattet. Bei einer geplanten ambulanten Geburt sind auch zwei Hausbesuche in der Schwangerschaft möglich, für die die Krankenkasse einen Teil der Kosten zurückerstattet.

Das Hebammenzentrum vermittelt Ihnen gerne Hebammen!
Besuchen Sie zu diesem Thema auch den Vortrag „Ambulante Geburt“.