Geburtsbericht von zweitem Kind nach einem vorangegangenen Kaiserschnitt


Dass ich unbedingt eine Hausgeburt machen wollte, war mir schon bei meiner ersten Schwangerschaft klar. Dass es damals (vor 10 Jahren) nicht dazu gekommen war, lag daran, dass unser Sohn damals als Steißlage in mir gesessen ist und ich einen Kaiserschnitt durchführen ließ.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft sollte das anders werden. Ganz liebe Freunde von uns hatten schnell einen tollen Tipp, welche Hebamme in Frage käme. In der neunten Woche war der Juni-Termin von uns bereits „gebucht".
Die Wochen vergingen anfangs schleppend, dann doch endlich etwas schneller und ich bemerkte die ersten Senkwehen. Margarete beruhigte mich, ja ja das ist ganz normal.
Der Geburtstermin rückte immer näher, meine Vorfreude auf die Geburt unserer Tochter war durch nichts mehr zu übertreffen. Doch sie ließ sich Zeit. Tage vergingen, Verwandte und Freunde fragten mich täglich, ob sie schon da sei...
Dann endlich, eine Woche nach dem errechneten Termin, ein eindeutiges Zeichen von Finja:
Am Sonntag um 23:50 Uhr hat alles begonnen, kaum geschlafen war auch nicht mehr an schlafen zu denken! Meine Fruchtblase ist geplatzt und unsere Finja Maria hat beschlossen, sich auf den Weg zu machen...
Unsere Hebamme meinte noch, schlaf ein wenig, du wirst Kraft brauchen, denn in einigen Stunden werden deine Wehen einsetzen. Doch ganz so war es dann doch nicht. Die Wehen kamen gleich danach und ganz regelmäßig... Also aufstehen, letzte Vorbereitungen treffen, noch schnell ein „Mit Bauch"-Foto und leise mittönen mit den Wehen.
Mein Mann und ich warteten anfangs noch „mit auf die Uhr schauen" die ersten Wehen ab. Eine wunderschöne Stille lag im Raum, die Geburtskerze brannte und wir saßen uns schweigend gegenüber. Worte waren nicht nötig, wir kennen uns schon so lange, dass Stephan sofort wusste, wann ich ihn brauchte.
Die Wehen selbst verbrachte ich abwechselnd an meinen Mann gelehnt tönend, dann wieder am Klo (ich sollte ja viiielll trinken) oder in der Wohnung auf und ab gehend. Ich spürte jede Wehe wie ein „langsames Anrollen", das sich kontinuierlich steigerte. Irgendwann zwischen den Wehen stellte ich mit leichtem Erstaunen und gleichzeitigem Stolz fest, dass ich tatsächlich zum „Gebären geschaffen" war!
Genau so, wie ich es auf eine Affirmationskarte geschrieben hatte, die mein Mann im Wohnzimmer für mich aufgestellt hat.
Um 5 Uhr früh dürfte ich wohl doch schon etwas lauter geworden sein, denn dann stand unser Samir in der Tür. Hochmotiviert wie er war hat er sich gleich zu uns gesetzt und mitgetönt, das war sooooo toll von dir, Samir!

Als ich um 7 Uhr echt schon ziemlich erschöpft war, haben wir Margarete (die Hebamme) angerufen, dass ich sie jetzt wirklich brauche! Kurze Zeit später und einen Strafzettel mehr am Konto, war sie auch schon da! Eine Akupunktur und warme Tücher waren da echt eine Wohltat. Immerhin hatte ich da, ohne es zu ahnen, bereits fast die ganze Eröffnungsphase hinter mir.

Wie lange dauert es noch??? Margarete beruhigte mich, nur noch ein paar Presswehen, dann ist sie da! Nur noch, nur noch, ich kann und will nicht mehr!!!
Die Presswehen zerrten an meinen Kräften, mein ganzes Becken drohte zu explodieren, so gespannt war mein Unterleib. Das war die Urkraft, von der im Geburtskurs die Rede war. Ich steckte mittendrin und konnte (musste) „es" nur noch zulassen.
Stephan hat die ganze Zeit immer mit mir weiter jede Wehe bejaaaat, wo ich schon am Limit war. Danke mein Schatz für deine großartige Mithilfe!!!!
Um 9:31 Uhr  war es dann soweit, Finja Maria V. ist mit einem kräftigen Hallo und ihrem ersten „Hügelchen" bei uns gelandet!
So perplex und sprachlos vor Glück war ich glaube ich echt noch nie!!!
Birgit V. mit Stephan und Samir