Hausgeburt von C.


25. März 2011 - Ich sitze mit meinem Mann abends bei irgendeinem Fußballspiel. Unser Baby kickt fleißig mit. Um ca. 21 Uhr (nach der 1. Halbzeit) hab ich genug, so fußballbegeistert bin ich ja schließlich nicht, ich geh schlafen.
Im Schlaf, gut in einen Traum eingebaut, spüre ich eine starke Wehe. Ich werde nicht richtig munter und schlafe weiter. Kurze Zeit später wieder… diesmal wache ich auf, stehe auf und geh aufs Klo. Es ist 23 Uhr 55. Ich mache mir einen Thermophor warm und gehe wieder ins Bett (ein bewährtes Anfangsmittel von der Geburt meines  ersten Kindes). Die Wehen sind häufig und kräftig, anders als bei T.`s zu Beginn und anders als bei meinem „Fehlalarm“ , mit dem ich Regina umsonst am Beginn der Rufbereitschaft zu mir gelockt habe (also liebe Frauen: traut euch, eure Hebammen, wenn ihr unsicher seid, anzurufen… auch Fachfrauen passiert ein Fehlalarm ;-) ) Diesmal wird es was! Ich atme gut mit und werde auch schon etwas „lauter“. Nach ca. 10 bis 15 Minuten wecke ich Th.: „Ich brauche jetzt die Badewanne und dann kannst du gleich die Regina anrufen!“
20 Minuten nach der ersten Wehe weiß Regina Bescheid – während dem Gespräch geht der Akku aus, Th. steckt das Handy im Bad bei der einzigen Steckdose an („nur bis die Regina kommt, dann bekommst du dein gedämpftes Licht  mit der Nachttischlampe“). Als Th. Regina nach 5 Minuten nochmal anruft, sitzt sie schon längst im Auto :)
Ich wehe gut weiter. Beim selbst Untersuchen ertaste ich einen Muttermundsteil, also ist er wohl schon weit offen, ich schätze 8 cm (?!)  (in der Schwangerschaft und bei der Geburt von T. konnte ich ihn nie erreichen  und Margarete stellte dann 7 cm fest)
Ich atme laut, wechsle in der Wanne ständig die Position, verfluche die Wehen und will, dass es aufhört. Th. sitzt daneben, hält mir die Hand und streichelt mir den Rücken.
Dann spüre ich, dass ich eigentlich schon das Bedürfnis habe mitzudrücken… „Oh Gott, ich muss schon drücken!“ klage ich. Th. darauf ganz cool „Macht nix, tu ruhig“ … na dann…
Mein Handtuch, mit dem ich mir den Bauch zugedeckt habe, ist nach unten verrutscht, aber egal. Mit der nächsten Wehe schiebe ich an. Schreiend, jammernd atme ich mein Kind nach unten. Ich habe die Hand bei seinem Kopf und will eigentlich kurz vorm Durchtritt stoppen, aber das geht nicht…
Mit Wehenende ist der Kopf da … und Regina kommt bei der Tür herein.
„Super machst du das, jetzt hast du es bald geschafft“ sagt sie (sie hat ja beim Treppe-rauf-kommen gehört, wie laut ich schon bin). Obwohl ich direkt zur Türe gewandt bin, kann sie nicht sehen, dass der Kopf meines Babys schon da ist, das verrutschte Handtuch verdeckt alles. Ich jammere verzweifelt (als wäre das ganz schrecklich) „ Der Kopf ist schon da!“
Völlig unverständlich - bei T.`s Geburt sind Kopf und Körper  in einer Wehe gekommen, und jetzt … ist der Kopf da und ich habs immer noch nicht geschafft und ich will nicht mehr!
Regina checkt die Lage: „Willst die Hände dabei haben oder soll ich übernehmen?“ (T. hab ich damals ganz „alleine“ in Empfang genommen) „Ich mag nicht mehr! Bitte Regina mach du!“
Mit der nächsten Wehe ist mein Baby da und Regina legt es mir auf die Brust. Mir ist auf dem ersten Blick klar: es ist ein Mädchen - so zarte und feine Gesichtszüge. 1 Uhr 08.
C. schreit kurz und ist dann ganz ruhig. Mit wachen Augen schaut sie mich an :)
Th. ist überwältigt, er hätte mich, solange Regina noch nicht da ist, nicht so einfach zum Pressen ermutigt, wenn er gewusst hätte, dass ich nur eine Wehe brauche… ;-)
Jetzt bringt er mir die gewünschte Nachttischlampe und damit gedämpftes Licht…
Ca. um 3 Uhr legen wir uns schlafen und Regina fährt wieder nach Hause.
Als Th. und ich uns um 6 Uhr morgens, über unsere kleine C., die zwischen uns schläft, ansehen, frage ich scherzhaft: „War eigentlich was los heute Nacht?“
T. (2 Jahre) hat übrigens die ganze Nacht durchgeschlafen, das 1. Mal :)